27.09.16 | roterkeil.net-Stiftung

Besuch bei der Mitternachtsmission

Teaser-Image Die Dortmunder Mitternachtsmission wird seit vielen Jahren von roterkeil.net unterstützt - aktuell von der Stiftung und der Ortsgruppe in Dortmund.

roterkeil.net arbeitet immer eng mit den Projekten zusammen. Dabei ist es uns sehr wichtig die Mittelverwendung nachvollziehen zu können, aber auch im Austausch zu bleiben, um Entwicklungen, Bedarfe und Erfolge mitzubekommen und gegebenenfalls darauf reagieren zu können.
 
Aus der roterkeil.net-Stiftung besuchten kürzlich Sebastian Kehl und Jörg Garske das Team rund um Andrea Hitzke in Dortmund, um sich über die aktuelle Arbeit, Planungen und Ideen auszutauschen und brachten einige Infos mit:
 
Unkonventionelle Wege
Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Prostitution ist eine besondere Herausforderung, denn sie ist vielschichtig und diese Form der Prostitution findet überwiegend im Verborgenen statt.
Daher müssen im Bereich der aufsuchenden Arbeit unkonventionelle Wege gegangen werden. So werden unter anderem Diskotheken und Kneipen aufgesucht, um herauszufinden, ob dort Minderjährige zur Prostitution angeworben werden.
 
Niedrigschwelliges Angebot
Die Kinder und Jugendlichen brauchen ein niedrigschwelliges Angebot, das auf gänzlich freiwilliger Basis in Anspruch genommen werden kann und das sofort und unbürokratisch Hilfe gewährleistet, z.B. schnelle sichere Unterbringung, wenn Mädchen von Zuhältern bedroht werden.

Prävention
Es sollen nicht nur Mädchen erreicht werden, die schon Erfahrungen im Drogen- und Prostitutionsmilieu haben, sondern es wird bereits im Vorfeld Aufklärungsarbeit an Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe geleistet.
Wir bekommen dadurch Kontakt zu Mädchen, die noch fast unauffällig der Prostitution nachgehen, also gelegentlich, und noch in ihrem sozialen Umfeld eingebunden sind. Wir erreichen diese Mädchen frühzeitig und Hilfen können schnell greifen.
 
Einstieg verhindern
Natürlich hoffen wir auch, durch die Präventionsarbeit den Einstieg von Minderjährigen ins Milieu zu verhindern. Durch die Reaktionen der Jugendlichen wird immer wieder deutlich, dass oft noch ein falsches, manchmal sogar verklärtes Bild von Prostitution besteht.
 
Verstärkung der Präventionsarbeit
Perspektivisch wünschen wir uns ein Onlineberatungsangebot für diese Zielgruppe, da sich die Kontaktaufnahme und Anbahnung zunehmend ins Internet, genauer gesagt in soziale Netzwerke und Chatrooms verlagert. Die betroffenen Mädchen hätten so die Möglichkeit, sich zunächst anonym an die Mitarbeiterinnen der Mitternachtsmission zu wenden. Wir hoffen auf diesem Weg mehr Kontakt zu Kindern und Jugendlichen in der Prostitution knüpfen zu können.

Wir danken der Dortmunder Mitternachtsmission für die stets offene und gute Zusammenarbeit!